Vorteile des Trockenbaus

Trockenbau ist im weitesten Sinne die Anfertigung raumbegrenzender Konstruktionen im Innenausbau. Der Trockenbau ist seit Mitte der 1970er Jahre in Deutschland auf dem Vormarsch und hat seither in vielen Bereichen des Innenausbaus die traditionell-handwerklichen Verfahren abgelöst oder zumindest nachhaltig ergänzt. Von Trockenbau wird, wie schon der Name vermuten lässt, üblicherweise dann gesprochen, wenn bei den Bauverfahren keine wasser- oder lösemittellöslichen Baustoffe wie Mörtel oder Beton zur Herstellung baulicher Konstruktionen eingesetzt werden.

Trockenbau ist Systembau

Statt dessen werden im Trockenbau industriell vor- oder endgefertigte Bauelemente mittels Verschraubungen, Klemm- und Stecksystemen oder Ähnlichem montiert oder anderweitig weiterverarbeitet. Häufig ist auch vom sogenannten Systembau die Rede. Ihren technologischen Ursprung haben diese Bauverfahren in den Vereinigten Staaten, in Deutschland finden sie seit den 1950er Jahren Anwendung.

Das Besondere an den Trockenbauverfahren besteht darin, dass hier die Vorteile einer industriellen Serien- und Massenfertigung mit den fast unbegrenzten Möglichkeiten der individuellen Gestaltung vor Ort verbunden werden:

Vorteile des Trockenbaus:

  • Kostenersparnis
  • Materialersparnis
  • Zeitersparnis
  • technologische Sicherheit
  • konstruktive Systematik
  • architektonische Vielfalt

Klassisches Grundelement des Trockenbaus ist die Gipskartonplatte, im Grundsatz bestehend aus Gips, Wasser und Papier. Zur Erreichung der Brandschutzeigenschaften oder der Feuchtraumtauglichkeit, aber auch aus Gründen der Statik werden zum Teil Zusatzstoffe oder Fasern beigefügt oder eine nachträgliche Tränkung vorgenommen. So finden wir auch die Bezeichnungen Gipsplatten, Gipsfaserplatten oder Spezialgipsplatten. Die konkrete Einsatzmöglichkeit ergibt sich aus der Produktklassifizierung seitens des Herstellers und den bauseitigen Anforderungen. Die Platten dienen zur Beplankung von Ständerwerken, die früher häufiger aus Holz, heute vorrangig aus standardisierten Metallsystemen aufgebaut werden oder anderweitigen Ein- und Aufbauten. Zur Beplankung können unter anderem auch OSB-, MDF-, Holz-, Metall- oder Kunststoffplatten dienen.

Lösungen für fast jeden Einsatzzweck

Gerade in der jüngeren Vergangenheit wurden die Trockenbauverfahren immer weiter perfektioniert und das Angebot an entsprechenden Gesamtsystemen und einzeln verwendbaren Komponenten hat sich deutlich vergrößert. So finden sich für fast jeden Einsatzzweck im Innenausbau die entsprechenden Lösungen. Mittlerweile garantieren fast alle Hersteller auch die baubiologische Unbedenklichkeit der von ihnen verwendeten Bau- und Zuschlagstoffe, was dem Trockenbau einen besonderen Stellenwert in der ökologischen, gesundheitsorientierten Bauweise einräumt.

Im Trockenbauverfahren werden raumteilende Wände errichtet oder verkleidet, Montagewände für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke und Installationen entstehen, Decken werden abgehängt oder mit Dekoren verziert, Raum für Dämmungen, Isolierungen oder Installationen geschaffen, Einbauten vorgenommen oder im Fußbodenbereich beispielsweise Leitungskanäle erstellt, um nur einige der zahllosen Möglichkeiten zu nennen.

Viel kreative Potenz - hohe Qualifikation

Neben eher nüchternen baulichen Standardlösungen brillieren Trockenbauten vielerorts als besondere architektonische Highlights im Innenausbau: Scheinbar schwebende Raumteiler, Licht durchflutete Kassettendecken, atriumartige Schlafräume mit integrierter Wellnessoase, raummittig stehende Kamine, geschwungene Wände zur variablen Büroeinteilung, futuristische Empfangstheken. Moderne Wohn- und Arbeitswelten sind ohne den Trockenbau nicht mehr vorstellbar. Große Freiheiten bei der Grundrissaufteilung ergänzen sich mit den Möglichkeiten der kreativen Umsetzung.

Seit 1974 ist die Tätigkeit des Trockenbaumonteurs hierzulande Ausbildungsberuf mit einer dreijährigen Lehrzeit. Schon diese Tatsache weist darauf hin, dass es sich dabei um eine Arbeit handelt, die eine hohe fachliche Qualifikation erfordert. Gleichwohl finden sich auch im allgemeinen Baustoffhandel eine Vielzahl der entsprechenden Materialien und Elemente, so dass interessierte und handwerklich nicht unerfahrene Laien zumindest einen Teil der Arbeiten gegebenenfalls durchaus auch selbst ausführen können.

Insbesondere allerdings da, wo es sich um statisch sensible oder die bauliche Substanz gefährdende Arbeiten handelt, sollte auf jeden Fall vorab fachkundiger Rat eingeholt werden. Das empfiehlt sich unter anderem bei Konstruktionen in Feuchträumen und im Zusammenhang mit Dämmungen, die beispielsweise bei nicht fachgerechter Ausführung zu stockender Feuchtigkeit führen können. Hersteller bieten teils recht umfangreiche Produkt- und Verarbeitungsinformationen an, und die Fachfirmen vor Ort stehen ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite.

Vielen Dank an die Päffgen GmbH die, der Verfasser dieses Artikels ist:

(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.trockenbau.de

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